Froschkäferprinzessin
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Zum Abschied



Vom Irrsinn dieser Gesellschaft und / oder Ökonomie

hier

Froschkäferprinzessin 18.07.2011, 14.31 | (4/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in:

???

Gerade gelesen:


Bis 1970 war in der BRD  der Frauenfußball verboten!


Naja, immerhin wurde dieses Verbot früher aufgehoben, als das Verbot für Ehefrauen, ohne Erlaubnis des Ehemannes arbeiten zu gehen.


Watt bin ick froh, dass ick uff der "falschen Seite" der Grenze geboren und aufgewachsen bin. Da ging es nach Leistung und nicht danach, was einem im Schritt baumelt oder eben nicht.

 

Froschkäferprinzessin 25.06.2011, 09.07 | (3/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: | Tags: Politik

Wie in der 3. Welt

Nur damit weiter mit großen schweren Protzautos wie irre über die Autobahn gerast  oder das letzte Fitzelchen Käse in Plastefolie gehüllt werden kann, wird auf Usedom genau neben einem Naturschutzgebiet nach Erdöl gebohrt.

Dieses Erdöl durfte ich schon zu DDR-Zeiten - die DDR war hier wohl sehr modern und hat schon in den 60ern versucht, das schwarze Zeug aus dem Boden zu holen - begutachten und Spezialisten hatten uns Chemie-Fabrik-Besuchern erklärt, dass dieses Erdöl außerordentlich "schwer" wäre, also eigentlich nur für Heizöl und Asphaltherstellung geeignet und sehr stark verunreinigt wäre, was enorme und schädliche Abfälle / Abgase bei Raffinierung und Einsatz mit sich bringen würde.

Die DDR - auch hier sehr fortschrittlich - verzichtete deshalb auf die Nutzung dieses Bodenschatzes, zumindest im großen Maßstab.

Nach der Vereinigung wurde wieder gefördert und jetzt, siehe Beitrag, soll es noch forciert werden.

Da unterschreibt man bei www.regenwald.org gegen Raubbau in der Dritten Welt, verweigert sich Tropenholzprodukten usw. usf. und dann wird hier, im eigenen Lande, ein wichtiges Naturschutzgebiet der Vergiftung preisgegeben (denkt an Murphys Gesetz: jeder Unfall, der passieren kann, passiert auch), nur damit nicht gespart oder mal ein vernünftiges Nah- und Fernverkehrssystem aufgebaut werden muss oder vielleicht nachts, ab 3 Uhr, die Straßenlaternen ausgeschaltet werden, oder die Versorgung mit regionalen Produkten mal nicht mehr totgespart wird, oder die Tiere nicht mehr tagelang durch Europa gekarrt werden, nur damit polnische Pferde einen Schlachthof in Italien auslasten können oder...

Eine einzige Einsparung - die auch noch das Klima schützt, weil weniger CO2 in die Luft gepustet würde - würde die 100%ig eintretende Vergiftung von Usedom und Umgebung unnötig machen.

Aber wenn die Wirtschaft mit den Fingern schnippt, machen es die Politiker möglich. Wie in jeder guten Bananenrepublik üblich.

Froschkäferprinzessin 23.06.2011, 20.51 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Politik, Wirtschaft, Natur,

Tierkrimi-Boom

Es boomen offensichtlich Krimis mit tierischen Helden. Waren es erst Katzenkrimis, so gehen inzwischen auch Schweine, Schafe und Gänse auf Spurensuche.

Als Mensch, der einen guten Krimi à la Miss Marple oder Sherlock Holmes einem blutrünstigen Thriller vorzieht, und bekennender Tiernarr hab ich mich nicht nur durch zahlreiche Felidae-Romane gelesen, sondern auch die Saubande (schön!) oder Glennkill.

Die Saubande hat inzwischen auch eine Fortsetzung bekommen, die leider noch nicht in meine Hände gelangt ist, dafür aber »Garou«, mit dem »Glennkill« weiter erzählt wird. Im ersten Teil suchten Schafe den Mörder ihres Schäfers. In »Garou« suchen sie den loupe garou, den Werwolf, der schon so einige Tiere und wohl auch Menschen auf dem Gewissen haben soll.

Da meine Begegnungen mit Schafen meist sehr kurz und eher auf das wollige Produkt ausgerichtet sind, weiß ich nicht, ob das Buch - wie versprochen - noch schafiger und noch wolliger ist, als das erste. Aber ich finde, es ist sprachlich und vom schriftstellerischen besser. Leonie Swann hat also ihre Zeit unter Schafen und Ziegen (wirklichen, physischen, lebendigen Tieren) gut genutzt und nicht nur ihre Kenntnisse, sondern auch ihre schriftstellerische Leistung weiter entwickelt.

Natürlich ist beim ersten Buch der Überraschungseffekt über die Natur des Detektivs der Träger schlechthin, der das Buch etwas Besonderes gibt, doch im zweiten Teil kommen jetzt nicht nur mehr Schafe »zu Wort« und dürfen sich (deutlicher) zeigen und beweisen, der zweite Teil ist auch verwickelter, hat mehr Facetten, Blindspuren und ja die Ziegen mischen mit.

Leider doch so ist das Leben geht Tess, die Schäferhündin, über die Regenbogenbrücke, hingemeuchelt auf der Jagd nach dem Garou (aber nicht von den Schafen!) und es läuten die Abschiedsglocken des treuen, sehr schafigen Sir Richfield. Dafür wird das Winterlamm erwachsen und bekommt einen Namen und eine Ziege steigt in die Herde ein.

Ich hätte gern einen dritten Teil, denn es gibt ein neues Winterlamm, Zoras erstes Lamm. Frau Swann? Darf frau hoffen?

Froschkäferprinzessin 23.06.2011, 14.20 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Bücher

Insolvenzen

Da sitze ich seit Wochen über Verbraucherinsolvenzen, also den Teil, der vor dem Antrag gemacht werden muss (nennt sich »außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren«), stelle also Listen von Gläubigern und deren Forderungen auf, schlage vor, wie sie zu zahlen wären und stelle zwei Dinge fest:

1.

Banken sind absolut doof.

Erst reichen sie Kredite an Leute aus, die sie nur mit viel Glück bezahlen können und wenn dann die Leute wenigstens einen Teil der Schuld bezahlen wollen, verzichtet die Bank lieber ganz und gar, als wenigstens 10 oder 20 % der ausgereichten Summe zu erhalten.


2.

Die Leute verschulden sich meist wegen Pipifax, wegen Mithaltenwollen, wegen der von der Werbung suggerierten »Must-have«. Ich sag nur: Handy. (Übrigens gab es eine Wandlung von Katalog-Verschuldung zu Bestellung im Internet. Geld, das nicht angefasst werden muss, gibt sich schneller aus.)


Und als ich statt mich anspruchsvolleren Tätigkeiten zuzuwenden damit langweilte, hörte ich Radio.


Passt.

Pispers ist immer wieder gut.

Froschkäferprinzessin 22.06.2011, 09.53 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Pispers, ,

Märchenort

Zwischen Autobahn und großen Städten gibt es kleine, zeitferne Orte, wie aus dem Märchenbuch. Man muss nur mal von den schnellen breiten Straßen auf kleinere und noch kleinere und schließlich, nach einer buckeligen Sandpiste durch die Felder, links in eine Sackgasse einbiegen.


Dort, hinter hohen Bäumen, versteckt am Waldesrand, erscheint urplötzlich ein kleines Haus mit dicken Lehmmauern, silbrig alten Balken und einer offenen Tür. In der Tür liegt ein großer freundlicher Hund, der einen schwanzwedelnd empfängt. Die Katze kommt kontrollieren und dann darf man durch üppig wuchernde Blumen aus der benzingeschwängerten Stickluft des Autos in die von Vogelgesang perlende, nach Wald duftende, kühle Abendluft treten.



Rechts breitet sich eine sonnige Wiese mit Wolken weißer Margeriten aus. Links, gleich hinter dem funkelnden klaren Bächlein, hinter einem riesigen, alles behütenden Walnussbaum, steht dunkel und geheimnisvoll der Wald.



Vor dem Wald gibt es noch eine andere Wiese. Hier, im hüfthohen Gras zwischen duftenden Kräutern verstecken sich Schafe. Natürlich leben an einem solch zauberhaften Ort keine gewöhnlichen Schafe, sondern kleine Zwergschafe, lebendige Kuscheltiere, die eher zu einem Hobbitdorf zu gehören scheinen, als in unsere Welt.


Die lammgroßen lebendigen Wollberge mit dünnen zerbrechlich wirkenden Beinen in schwarz, grau und weiß und die größeren zotteligen wilde Schafe mit gedrehten Hörnern beobachten einen aus ihren glänzenden vorsichtig-neugierigen Kulleraugen, bevor sie leise im Gras verschwinden.



Und wer lebt an einem solch unwirklich schönen Ort? Na Menschen, die wissen, was dieser Platz wert ist: eine Frau mit Haaren aus Sonnenstrahlen und ein Mann, der die Blumen flüstern hört. Und wenn man sie abends durch die warm leuchtenden Fenster beobachtet, dann sieht man die Frau aus den vielen Farben der Blumen und dem Weich der Wolle Fäden machen, bunte Fäden für graue Tage.


Wo das ist? Gleich hinter dem Brennnesselgebüsch, das Euch ärgert, beginnt der Pfad. Oder war es am Ende der steinigen Buckelpiste, die Eure schicken neuen Autos den Lack zerkratzt hat? Auf jeden Fall gibt es sie. Ich bin vor kurzem dort gewesen.


Froschkäferprinzessin 16.06.2011, 08.43 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: