Froschkäferprinzessin
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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Bücher

Tierkrimi-Boom

Es boomen offensichtlich Krimis mit tierischen Helden. Waren es erst Katzenkrimis, so gehen inzwischen auch Schweine, Schafe und Gänse auf Spurensuche.

Als Mensch, der einen guten Krimi à la Miss Marple oder Sherlock Holmes einem blutrünstigen Thriller vorzieht, und bekennender Tiernarr hab ich mich nicht nur durch zahlreiche Felidae-Romane gelesen, sondern auch die Saubande (schön!) oder Glennkill.

Die Saubande hat inzwischen auch eine Fortsetzung bekommen, die leider noch nicht in meine Hände gelangt ist, dafür aber »Garou«, mit dem »Glennkill« weiter erzählt wird. Im ersten Teil suchten Schafe den Mörder ihres Schäfers. In »Garou« suchen sie den loupe garou, den Werwolf, der schon so einige Tiere und wohl auch Menschen auf dem Gewissen haben soll.

Da meine Begegnungen mit Schafen meist sehr kurz und eher auf das wollige Produkt ausgerichtet sind, weiß ich nicht, ob das Buch - wie versprochen - noch schafiger und noch wolliger ist, als das erste. Aber ich finde, es ist sprachlich und vom schriftstellerischen besser. Leonie Swann hat also ihre Zeit unter Schafen und Ziegen (wirklichen, physischen, lebendigen Tieren) gut genutzt und nicht nur ihre Kenntnisse, sondern auch ihre schriftstellerische Leistung weiter entwickelt.

Natürlich ist beim ersten Buch der Überraschungseffekt über die Natur des Detektivs der Träger schlechthin, der das Buch etwas Besonderes gibt, doch im zweiten Teil kommen jetzt nicht nur mehr Schafe »zu Wort« und dürfen sich (deutlicher) zeigen und beweisen, der zweite Teil ist auch verwickelter, hat mehr Facetten, Blindspuren und ja die Ziegen mischen mit.

Leider doch so ist das Leben geht Tess, die Schäferhündin, über die Regenbogenbrücke, hingemeuchelt auf der Jagd nach dem Garou (aber nicht von den Schafen!) und es läuten die Abschiedsglocken des treuen, sehr schafigen Sir Richfield. Dafür wird das Winterlamm erwachsen und bekommt einen Namen und eine Ziege steigt in die Herde ein.

Ich hätte gern einen dritten Teil, denn es gibt ein neues Winterlamm, Zoras erstes Lamm. Frau Swann? Darf frau hoffen?

Froschkäferprinzessin 23.06.2011, 14.20 | (0/0) Kommentare | PL

Die Queen als Leserin

Heute will ich mal von einem Buch schwärmen.

Das Buch ist keine besondere Entdeckung von mir und hat eine große Leserschaft. Werbung braucht es also nicht.

Es ist auch kein gesellschaftskritisches Werk, legt keinen Finger in die Wunde oder zeigt irgendeine spezielle wunderbare Lösung eines häufig auftretenden Problems auf.

Es ist einfach sehr schön zu lesen. Mehr nicht.

Hier nun die wunderbare kleine Novelle:

Alan Bennett "Die souveräne Leserin"


Das schmale Büchlein erzählt in einer liebenswerten unaufdringlichen Weise, wie die Königin von England zufällig eine Bibliothek betritt, aus Höflichkeit ein Buch ausleiht und dann zu einer leidenschaftlichen Leserin wird, wie die Umgebung darauf reagiert - wie bei eigentlich allen leidenschaftlichen Lesern, leicht abfällig und es als idiotisch abtuend - und wie sie dann zur Schriftstellerin wird.

Die Queen ist so sympathisch dargestellt, das können nur Engländer. Ohne das es frech wird, immer mit dem gebührenden Respekt, kommt das Buch - und somit man selber - der (fiktiven) Queen nahe, sieht man sie als Mensch und denkt, ja, so könnte es sein, wenn sie...

Über allem liegt der feine englische Humor, der mir persönlich sehr gefällt.

Leider wird es das Buch, dass sie auf den letzten Seiten der Novelle ankündigt, nie geben. Es ist sozusagen ein Bestandteil der "Bibliothek der ungeschriebenen Bücher".


Wo sind die 777 Affen, die 777 Jahre lang auf 777 Schreibmaschinen einhacken, damit sie auch dieses Buch (per Zufall) erstellen? Einen Leser hätte es schon.



Froschkäferprinzessin 25.05.2011, 19.28 | (0/0) Kommentare | PL