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Bücher gelesen
Das Buch ist ja genau diesem Thema gewidmet, also angeblich. Wie wird es werden, wenn das Öl langsamer fließt und damit nicht mehr so billig ist? Allerdings war genau dieser Teil der knappste und am wenigsten ausgebaute Teil des sehr umfangreichen Romans.
Eigentlich geht es wohl um die Frage, wie sehr die Wirtschaft und das momentan gelebte Gesellschaftskonzept vom BILLIGEN Öl abhängig ist und WARUM es so billig ist. Denn das ist es (auch wenn jetzt jeder gleich über steigende Benzinpreise jaulen wird). Lies selbst und verstehe.
Dieser Eschbach ist vollgeknallt mit Informationen über das Geflecht von Saudi-Arabien und den USA, wie die USA ihre Wirtschaftsinteressen durchsetzt, Infos über arabische Kultur und Religion und noch so einigen Schmäckerchen. Dazu liest das Buch sich atemberaubend, hat kaum Hänger und gibt sogar Hoffnung: Das Leben als moderne Zivilisation ist, wenn wir den Alternativen und Ökos mehr Handlungsfreiheit geben, möglich. Also ganz anders, als andere Endzeit-Romane.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen: für Leute mit Zukunftsangst, Leuten, die im Winter unbedingt kurzärmelig in der Wohnung sitzen wollen, Leuten, die Interesse am Nahen Osten zeigen, Leuten, die Sarrazin zuhören, natürlich »Öko-Spinnern« sowie denen, die einfach nur ein gutes Buch lesen wollen.
Was ich nicht oder nur als »böses« Geschenk empfehlen kann, ist Macomber »Das Muster der Liebe«. Gekauft als »Muss« für Strickerinnen kann ich nur sagen: nunja, flott geschrieben ist es, aber ansonsten stimme ich der einzigen nicht-enthusiastischen Beurteilung bei am*zon bei: die Charaktere sind oberflächlich beschrieben, die Geschichte ist seicht und leicht vorherzusehen.
Also wer jemanden ärgern will, der schenke dieses Buch. Es ist verlorene Zeit.
Dagegen ist Profijts »Schmutzengel« durchaus als leichte Lektüre zu empfehlen: leicht und flüssig geschrieben, ohne Hänger, die Charaktere gehen tiefer und der Ausgang der Geschichte ist nicht schon nach 3 Seiten klar (erst nach 15). Ein Krimi ist es allerdings nicht, dafür kommt die Werbebranche nicht gut weg, was mich persönlich freut, weil die Typen einfach überschätzt werden.
Aber mein Bedarf an »Frauenliteratur« ist jetzt erstmal gedeckt. Sowieso frage ich mich
a) Warum wird sowas als Frauenliteratur bezeichnet? Sind Frauen zu doof für Kafka und
Dostojewksi?
b) Was ist Männerliteratur? Fachzeitschriften? Kafka? Warum wird das aber auch von
Frauen gekauft?
Nochmal zurück zu »Ausgebrannt«.
Ganz kann ich Eschbach über die Folgen der (extremen) Preissteigerung der Ölpreise nicht zustimmen. Ich glaube nicht, dass sich die Wirtschaft europäischen Stils aufrecht erhalten lässt, denn die ist zu sehr auf Transport aufgebaut. Und auf Information. Farbe wird aber auch aus Öl gemacht und Bäume für Papier brauchen Transport, selbst Wasserwerke und die Pharmaindustrie, sprich Antibiotika und Impfungen brauchen indirekt Öl. Damit sind große Städte nicht mehr haltbar und unsere heutige Wirtschaft benötigt Mega-Citys.
Nur wenn regionale Versorgung und Kleinstaaterei (also Dezentralisierung) in funktionierender Weise FRÜHZEITIG aufgebaut werden, kann der Übergang zu einer überlebensfähigen, aber modernen Wirtschaft in der Nach-Öl-Ära geschafft werden.
Aber auch die südlichen Länder, besonders Afrika, werden nicht durch Hungersnöte entvölkert werden, wie im Buch angedeutet (das ist ja der Teil, der nur angerissen wurde), denn warum hungern denn die Leute? Weil Nahrungsmittel teuer sind, durch
1. subventionierte Exporte der reichen Länder, die die dortige Landwirtschaft zerstört haben (denke mal an die Exporte unserer Hühnerreste);
2. den Verbrauch der fruchtbarsten Landstriche für Soja, Weizen und Mais für westliche Kühe und Schweine;
3. sie produzieren Tabak für uns, Blumen und Biosprit-Öl.
Alles fällt mit einem teuer werden des Transports flach.
Übrigens würde es schon reichen, wenn der Transport den wahren Preis hätte nämlich inklusive der verbrauchten Natur, also Landfläche für Straßen, Wasser, Sauerstoff, Verschmutzung. Aber dann würden die Preise steigen, die Leute würden regional kaufen,
Froschkäferprinzessin 01.09.2010, 16.15 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: | Tags: Bücher, Rezension,
Die Leidensfähigkeit von Wollsüchtigen
Walnussschalen sind besonders praktisch, denkt sich die wollsüchtige Dame von Welt, denn da muss die Wolle nicht gebeizt werden. Kaltfärben ginge auch, aber da die Küche schnell wieder dem eigentlichen Zweck, der Produktion von
Also werden die Schalen zerkleinert. Die grünen, nicht die harten, die gehören in den Ofen. Frau weiß Bescheid, die Schalen färben wirklich gut und hat sicherheitshalber Handschuhe besorgt. Erst diese einmal-Dinger aus dem überlagerten Erste-Hilfe-Kasten des Autos.
Sh*t, die Schalen färben fantastisch!

Die Hände sind durch die Einweg-Handschuhe hindurch bräunlich geworden. Hat was von intensiv-Raucher.
Also wird zu den weichen Haushaltsgummihandschuhen gegriffen und weiter Walnüsse geschält (weil noch zu grün) oder alles zerbröckelt.
Nach einer Stunde sind die Hände IN den Handschuhen beinahe einheitlich braun. Das schlägt jeden Extrem-Raucher (außer vielleicht meinen Nachbarn). Also der Griff zu den säurefesten extra-starken Garten-und-Heimwerker-Gummihandschuhen.

Klappt! *freu* die Hände werden nicht weiter verfärbt. Dass frau fast nichts fühlt und sich die Handschuhe langsam mit
Nach mehreren Stunden weiß frau genau, wo sich der Rücken befindet, die Hände sind lahm, die Ellenbogen schmerzen, aber (!!!) ein 5 l Topf ist mit Walnussschalenbröckel gefüllt und darf in die Küche. Wasser drauf, Herd an, der Färbespaß kann losgehen.
Leider bald kommt der erste Mitbewohner, auch Sohn genannt, und fragt, ob frau ihn rausekeln will mit dem Geruch. Ja, denkt frau, wäre schön, wenn du endlich auf eigenen Beinen stehen würdest, statt mir täglich die Küche zu verwüsten, aber als brave Mutti sagt frau nur »Ich färbe. Du bekommst auch ein Paar Socken davon«.
Zufriedengestellt schleicht dieser an den PC voller Vorfreude auf warme Füße, während Frau sportlich unter und hinter Möbel kriecht und versucht, die weggesprungenen Walnussschalenstücke zu finden, die freigelegten Walnüsse zum Trocknen ausbreitet und das übergekochte Walnusswasser wegwischt.
Dann kommt Teil 2 des Spaßes: Wolle aussuchen. Vorräte hat frau ja genug, auch und vorallem in weiß. Schließlich, nachdem alle Kisten unter den Betten hervorgekramt sind, so nebenbei alle Wollmäuse und Staubflocken per Staubsauger und Wischmopp entsorgt wurden und der Lieblingstochter die Idee, aus den Kisten eine Höhle zu bauen, ausgeredet wurde, steht es fest: erster Zug Schwarzkopf, was Froschsocke bedeutet.,zweiter Zug Texel, auch Socke, aber hier darf sich auch der Lieblingssohn drauf freuen, dritter Zug Milchschaf für Froschkäferjacke sowie Käferprinzessinenjacke.
Nun diskutiert frau mit Sohn, wer in den feuchten muffigen Keller steigen und die Babybadewanne hochholen darf. Sohn verliert und geht zurück an den Computer. Frau genießt die sportliche Leistung und die Schimmeldämpfe im Keller, wäscht dann voller Vorfreude die Wanne von altem Putz und toten Insekten rein, rollt die Wolle herbei, weicht sie ein, da nasse Wolle die Farbe gleichmäßiger aufnimmt und gießt die erste Farbeflotte ab, um gleich das Ganze nochmal aufzukochen, verbrüht sich dabei die Hände und die Unterarme an den Dämpfen, stellt fest, dass sie zu klein ist, um die großen schweren Töpfe ohne Geklecker zu händeln, putzt den Herd wieder und wankt dann ins Bett, schließlich muss sie für den nächsten Tag fit sein.

Am nächsten Tage hört sie sich stundenlange Monologe der Mitbewohner an, wie nervig das Gefärbe wäre, da er dadurch nicht richtig in die Küche könne. Frau überlegt, was denn der Sohn bloß in der Küche gewollt haben kann? Abwasch, ordentliches Wegstellen oder gar kochen fallen aus. Grübelnd setzt sie die zwei Töpfe mit ausgekochter Walnussfarbwasser nochmal auf den Herd, die Flotte muss ja heiß sein, um die gewünschte Farbe zu erreichen, kocht die Schalen nocheinmal auf, legt die abgetropfte, feuchte und somit schwere Wolle bereit,
Dabei stellt sie fest, dass die Fußbank kippelt, sie immer noch zu klein ist und die heißen Dämpfe auf den Verbrennungen vom vergangenen Tag ganz schön weh tun. Dann legt sie die Wolle in die heiße Brühe und verfolgt mit Spannung den Farbumschlag: ja geschafft: rotbraun, ein bisschen hell für Socken aber rotbraun.
Mit Gummihandschuhen und zusammengebissenen Zähnen wird die Wolle aus der heißen Flotte genommen, leise fluchend ausgedrückt, und kurz gespült. Dann wird neue frischgebrühte Flotte nachgefüllt und das Texel eingelegt.

Wieder werden gummibehandschuhte Hände in die heiße Wolle gedrückt, in der leisen Hoffnung, dass es hilft, aber es hilft nicht. Doch die Wolle wird nach der selbstgesuchten Foltermethode doch einheitlich von der Färbeflotte bedeckt.
Währenddessen köchelt zum letzten Mal die Walnussschalen und erfüllen die Küche ein letztes Mal mit seltsam riechenden Dämpfen. Spinnen, Fliegen und Mücken sind wie von Zauberhand aus Küche und Flur verschwunden. Beim Begutachten des Wassers im Topf, wirkt dieses nicht mehr so dunkel, auch der Geruch ist kaum noch zu spüren. Die Hoffnungen auf eine dritten Färbezug sinken gewaltig. Dafür finden sich Walnussschalenbröckel im Texelwolle. Frau freut sich riesig auf den Spaß beim Heraussuchen.
In einem Kopfkissenbezug schleudert die zuerst gefärbte Wolle in der Waschmaschine unter lautstarkem Protest der Käferprinzessin, die plötzlich genau diesen Bezug als den allerschönsten ihrer Kopfkissenbezüge definiert. Bis gestern schlief sie zwar ohne Kopfkissen, aber wer will hier kleinlich sein? Frau bestimmt nicht. Sie nimmt einen neueren Bezug.
Beim Spülen der nun gefärbten Texelwolle darf frau feststellen, dass die Bröckel schlecht rausgehen, aber dieses leicht ins Orange spielende Rotbraun genauso farbintensiv ist, wie bei der zuerst gefärbten Wolle. Sie freut sich und wirft mutig den gesamten Milchschafvorrat in die kleine Wanne. Die ist voll, also wird der letzte Farbeherauskochversuch abgegossen. Trotz fehlender Farbe ist es wieder verdammt heiß und die Fußbank kippelt immer noch. Auch schützen die Gummihandschuhe immer noch nicht vor der Hitze beim hoffnungslosen Umwälzen der Wolle in der Färbeflotte.
Während die Wolle einem schwachen Färbeergebnis entgegenruhen darf, kommt die erste Wolle auf den Wäscheständer und die zweite Runde Wolle darf unter erneutem Protest wegen der Kopfkissenbezuges ihr Wasser im Schleudergang der WaMa hergeben
Während diese nun auch trocknet, werden Walnussschalenreste dem Biomüll überreicht,

der Herd und die Spüle geputzt, das Essen für die genervten Mitbewohner serviert und dann die Milchschafwolle gespült und geschleudert. Das Ergebnis ist ein Coburger Fuchsschafvlies ohne Grannen. Ein Hauch von Rot.
Frau freut sich und stellt fest: ein zweiter Wäscheständer müsste her.
Froschkäferprinzessin 25.08.2010, 11.57 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: | Tags: Wolle, Färben,
Kenntnisse
Also folgte ich ihr in den hinteren Teil des magischen Gartens und fand eine Mauer aus Brombeerranken, nur wenig unterbrochen von Apfelbäumen. Froschkäfer samt Prinzessin pflückten, wo die Dornen uns ranließen und ab ging es zu den Kindergartentanten.
Dort (jetzt kommt der Moment, wo der Frosch ins Wasser hüppt) fragte ich, warum denn die Beeren, weil lecker, nicht abgeräumt wären??? Die Erzieherinnen müssen es den Kindern verbieten, weil diese sonst wahllos auch die Früchte von völlig anderen Sträuchern in sich hinstopfen würden! Hö??? Was reden den die Eltern mit ihren Kindern? Zeigen sie ihnen nicht, welche Früchte essbar sind (ab welcher Höhe man pflücken darf, Stichwort: Fuchsbandwurm) und welche nicht?
Dass die Kinder kaum eine Eiche von einem Vergissmeinnicht unterscheiden können, ist mir schon aufgefallen: Baum, Blume, Gras. Eine feinere Differenzierung der Pflanzenwelt ist selten drin.
Meine zauberhafte Begleitung kann inzwischen sogar verschiedene Gräser während der Blüte unterscheiden, kennt alle Vögel, die an unseren Futterplatz kommen und noch ein paar mehr, erkennt zumindest Krähe, Amsel und Kuckuck am Ruf, einige Hunderassen, sämtliche Haustiere (und deren Nutzen), die häufigsten Bäume und viele Blumen, na und alles, was sammelbar und was giftig ist, sowieso. Sie weiß Bescheid, wie Stiche und Wunden zu behandeln sind und was man macht, wenn es brennt. Das wird alles nebenbei beim Spazierengehen / Wandern erklärt.
Oder gehen andere Eltern mit ihren Kindern nicht raus?
PS: Der Kindergarten bekam zwei kleine Gläser Brombeermarmelade und 2 große mit
Apfelmus aus eigenem Garten.
Froschkäferprinzessin 24.08.2010, 10.33 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: | Tags: Kinder, Erziehung,
Fleisch, ein Stück Lebenskraft
Ich mag es nicht, nein, ich finde es unmoralisch und menschenunwürdig, wenn jemand oder "etwas" für Religion oder Bequemlichkeit leiden muss, also unnütz. Schächten ist sowas. Zwei der drei weltbeherrschenden Religionen schreiben das Schächten, also das Ausbluten vom LEBENDEN Tier vor. Dem Tier wird eine tiefe Wunde beigebracht und dann darf es bis zum bitteren Ende spüren, wie das Leben aus ihm herausläuft, nur wegen einer durchgeknallten Idee irgendeines Sadisten, er das vor Jahrhunderten als religiös notwendig vorgeschrieben hat. Wahrscheinlich aus Spaß.
Und jetzt sehe ich das hier: www.peta.de/web/schlachthofbawue.2926.html
Das Tier wurde durch den ersten Bolzenschuß nur "anbetäubt", lebt aber, darf da an einem Bein hängen, fühlen, wie ihm die Ader aufgeschnitten wird, wie es ausblutet, wie ihm die Ohrmarken abgeschnitten werden, ehe der Mann endlich nochmal zum Bolzenschußgerät greift, kurz bevor das arme Rind eh wegen Blutmangel erstickt.
Ich hab schon öfters Suppenhühner gehabt, die nicht nur gebrochene Beine vorwiesen, sondern erhebliche Einblutungen im Fleisch vorweisen. Hühner werden ja lebendig an den Füßen aufgehängt und eine Maschine schneidet ihnen die Köpfe ab, bevor sie gebrüht werden. Falls sie nicht vor Angst Hals und Kopf einziehen und ängstlich an den Beinen hängen herumflattern. Dann werden sie lebendig gebrüht.
In diesem Sinne nächstens an der Fleischtheke: Darf's ein bisschen mehr sein?
PS:
Ich habe das wahnsinnige Glück in einigermaßener Nähe einen Bio-Hof zu haben, der auch selber schlachtet. Zumindest der Transportweg und das damit verbundene Leid fällt so weg. Für die ein, zwei Tage pro Woche, wo...
Froschkäferprinzessin 19.08.2010, 07.12 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: | Tags: Information, Tier, Moral,
Hochwassser
aber mich brachten die eingesperrten, über dem schlammigen Wasser kauernden Tiere im Tierpark Zittau zum Heulen und noch mehr, wie die Menschen - nicht nur die Pfleger - ihre Häuser im Stich ließen, um die Tiere zu retten, sie mit nach Hause nahmen, auch hier wieder auch Privatpersonen.
Wenn jemandem der Tierpark so am Herzen liegt, sollte man das honorieren. Nur falls jemand noch einen Zehner rumzuliegen hat und gerade nicht weiß, was er damit soll, die Spendendaten
Kto.Nr.: 3000093973
BLZ.: 85050100Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien
Kennwort: Hochwasser
oder: www.tierpark-zittau.de
Hier in Froschkäferhausen ist die Elbe innerhalb von 4 Tagen von 1,90 m auf 3,50 m gestiegen. Nein, hier gibt es keine Hochwassergefahr, aber was für Wassermassen müssen da runtergekommen sein, dass hier, mehrere Hundert Kilometer später das Wasser so heftig und so schnell gestiegen ist und das bei dem so breiten Fluss.
Froschkäferprinzessin 10.08.2010, 16.02 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Natur, Information, Tiere,
weil ich hier öfters kontroverse Kommentare habe...
Vor einigen Tagen las ich im Blog eines jungen Mädchens, welches zu einem Schüleraustausch in Australien ist, dass es dort keine traditionellen Gerichte gäbe, wohl weil das Land ja auch keine richtig lange Geschichte gäbe. Frei nach dem Motto: bis vor 200 Jahren war Australien unbesiedelt... kam es sofort in mir hoch. Dazu gab es Kommentare, die ich mir durchlas, in der Hoffnung, dass auch anderen dieser geschichtlich-gesellschaftliche Fauxpas aufgefallen wäre. War es! Jemand fragte die Bloggerin, wo den die Aborigines herkämen, ob sie aus London wären oder woher eingewandert.
Sehr schön dachte ich mir, da ist einer, der weiß, dass Australien eine 40.000jährige Geschichte aufzuweisen hat und wollte heute nun nachsehen, was die Antwort der Bloggerin wäre.
Ich rechnete mit allem, von tiefer Zerknirschung ob der Leugnung der Existenz der Ureinwohner über ein Schulterzucken bis hin zu der Bemerkung, mit denen hätte sie nichts zu tun.
Aber es kam ganz anders: der Kommentar war gelöscht worden.
Warum ist diese Bloggerin so feige, nicht einzugestehen, dass sie die Ureinwohner vergessen hat? Es ist zwar sehr unschön, aber leiden wir von hier nicht alle an einem gewissen Eurozentrismus und »weißer Sicht«? Ein Hinweis darauf ist gut zum Reden und zu erkennen, man kann sich Asche aufs Haupt streuen, sich ändern oder wegwischen, aber einfach zu löschen?
Also Leute, ich biete ja gern kontroverse Themen statt Familienerzählungen, Fotos und Strickbilder an, obwohl ich da auch genug dönsen könnte, und mir gefallen sicherlich nicht alle Kommentare (vorallem, wenn ich merke, dass ich einen Denkfehler hatte), aber ist eine sich entwickelnde Diskussion nicht gerade das Spannende am Internet? Wozu stellt man sonst was ins Net? Um sich wichtig zu fühlen?
Schade um den gelöschten Kommentar, ich hab mir eine interessante Antwort erhofft, einen Einblick in die dortigen Verhältnisse oder in die Gedankenwelt eines so jungen Menschen mit so tollen Möglichkeiten statt dem Verschweigen.
Froschkäferprinzessin 10.08.2010, 12.01 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: | Tags: Meinung, Frage,
Bezugnehmend auf...
meinen Beitrag (inklusive Kommentare) vom 03.08.2010 möchte ich auf diesen Zeitungsartikel hinweisen. Der ist sehr deutlich und zeigt gleich noch ein paar Dimensionen der Entscheidung auf.
http://jungewelt.de/2010/08-10/045.php
Und natürlich gibt es auch böse Frauen und liebe Männer. Klar. Es geht jedoch um Mehrheiten und gesellschaftliche Ausrichtung.
Froschkäferprinzessin 10.08.2010, 09.08 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: | Tags: Politik, Familie,
Haushaltstag
In der DDR stand ja den Frauen ein bezahlter freier Tag im Monat zu, der Haushaltstag.
Das war eine gute Erfindung, denn frau konnte in Ruhe und am Vormittag Behördengänge oder einen Großputz hinlegen (Männer haben es ja eh meist im Kreuz, wenns darum geht) oder einfach mal frei machen, ohne Kinder oder andere Aufmerksamkeit fordernde Begleitung. So einen Tag hatte ich heute auch. 
Was macht nun ein Froschkäfer an seinem kinder- und arbeitsfreien Tag?
Pakete von der Schönfärberei entgegen nehmen (Frau Grimm: einfach Klasse die Färbe!)
Vorräte anlegen, wie
Joghurt
und Gelees und Fruchtaufstriche
Leider muss auch ein Froschkäfer aufräumen, abwaschen und saubermachen.
Doch der Froschkäfer ist ganz lieb und teilt den Spaß mit dem Lieblingssohn. Er durfte den Kühlschrank putzen! Ich kann Euch sagen: er liebt diesen Job. 
Nachdem alles chic war, genoss der Froschkäfer Tee mit Wolle
ob als zukünftige Lieblingstochtersocke
(Für Strickfreaks noch eine Nahaufnahme. Das Muster hab ich zwar in Peru gelernt, aber auch schon auf hiesigen Strickblogs gesehen. Also wenn einer Ansprüche drauf erhebt... da wurde das Fahrrad bestimmt mehrfach erfunden. )
und mit einer schicken Jakobsschafsjacke. Naja, irgendwann wird es eine Jacke sein.
Und jetzt hüpft der ausgeruhte zufriedene Froschkäfer los, um sich eine zauberhafte Begleitung zu suchen und dann noch ein paar Dinge zu erledigen. In Peru warten Kinder auf ihr "Studiengeld", in den USA drei Indianerfamilien auf eine kleine Beihilfe und es fehlt ein Mensch-ärger-dich-Spiel im Haus. Das alles kann nur im Dorf Stadtzentrum erledigt werden.
Hoffentlich gibt es bald wieder einen Haushaltstag Urlaubstag.
Froschkäferprinzessin 06.08.2010, 15.31 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: | Tags: Gedöns
Darf man?
Darf man sowas lieben?
http://www.youtube.com/watch?v=m8SO05LT_0c&feature=related
Man darf!
Frau auch!
Obwohl das hier wohl eher trifft:
http://www.youtube.com/watch?v=JM0MXvE2lnU&feature=related

Froschkäferprinzessin 05.08.2010, 11.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: | Tags: Gedöns
Revierkämpfe
Traufel trat gestern müde und kaputt nach einem langen Tag ins Wohnzimmer, um vor dem Fernseher ein bisschen zu relaxen.
Traufel schnaufte wütend und forderte, dass der Fremde woanders hingehen sollte. Doch der rührte sich nicht, zwinkerte nichtmal.
Da schaute unser junger Held nocheinmal und genauer hin. Das Viech kam Traufel sehr bekannt vor. Und weil der andere immer noch schwieg, stieg Traufel vorsichtig zu dem Fremden auf's Sofa und versuchte, näheres herauszubekommen.
Der Fremde nannte sich Pinata und war wirklich nicht sehr redselig, aber sehr freundlich und leider nicht besonders hell. Um genau zu sein, kam in Traufel der Verdacht auf, dass der Fremde ein regelrechter Hohlkopf wäre.
Dann machte unser junger Held eine böse Entdeckung:
sein neuer Freund hatte eine böse Verletzung auf dem Rücken!
"Hey Kumpel, du hast ein Loch auf dem Rücken, das muss sofort genäht werden, sonst verlierst du die Füllung!" rief Traufel aufgeregt. Er wusste, wie gefährlich sowas ist, doch Pinata beruhigte ihn.
"Keine Panik, das Loch ist dazu da, dass man dort meine Füllung hineinmacht." erklärte er mit ruhiger leiser Stimme. "Bist du etwa....?" Traufel bekam vor Aufregung Schluckauf. "Ja, hohl, aber bald bekomme ich ganz viel Süßigkeiten und kleines Spielzeug zu fressen und dann, tja, dann werde ich zerschlagen." erklärte Pinata seinem neuen Freund das kurze Leben seiner Spezies.
Das junge Hippo war erschüttert und umarmte seinen Freund, wollte ihn trösten.
doch der war ganz ruhig, freute sich sogar auf den Kindergeburtstag, wo er von Stockhieben zerschlagen, einen Regen von Süßigkeiten verstreuen würde. "Ist doch Klasse, zu sehen, wie die Kinder sich freuen. Danach ist es halt vorbei, aber so ist das mit uns Pinatas."
Nachdem Traufel begriff, dass es für seinen neuen Freund völlig okay war, nur kurz zu leben, weil er mit seinem Ende viel Freude schenken würde, spielten die beiden noch den ganzen Abend fröhlich und ausgelassen.
Froschkäferprinzessin 05.08.2010, 08.23 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: | Tags: Nilpferd, Traufel,
Ratespiel, Teil 3
Ich darf vorstellen: die Pinata!
Diese putzigen Tierchen fressen kleine Geschenke und vorallem Süßigkeiten, komischerweise durch ein Loch im Rücken. Sie lassen sich gern hängen und stehen auf Schläge.
Die Pinatas haben kein einheitliches Äußeres, nicht nur Farbe und Größe variieren, sondern die verschiedenen Pinatas haben keinerlei Ähnlichkeiten.
Hier die Pinata vom Vorjahr, die einem Lama ähnelt.
Dieses Jahr ähnelt die Pinata einem, dem geneigten Blogleser bekannten Zeitgenossen aus der Gattung der Flusspferde.
In 14 Tagen wird die Flusspferd-Pinata gefüttert gefüllt werden, im Kinderhütbereich abgegeben, wo das Vieh aufgehängt wird, um die dräuenden Schläge zu erwarten.
Dann wird unter Musik "rompe rompe la pinata" oder einfach Geschrei, mit einem Knüppel auf das Tier eingeprügelt, wo es dann unter Entlassung der Füllung in Form eines Süßigkeitenregens sein Leben aushauchen wird.
Natürlich können die Süßigkeiten auch durch sinnvollere Dinge ersetzt werden.
Froschkäferprinzessin 04.08.2010, 23.03 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in:
Nur mal so
Meine Lieblingsmutter und ich, wir stellten zum zweiten Mal in dieser Woche fest, dass hier in den sachsen-anhaltinischen Elbauen der Herbst schon mächtig durch die vertrockneten Kräuter schaut. Die Luft ist ... herbstlich, die Ernte im vollen Gange. Zum Glück mag ich den Herbst, auch wenn es mir etwas zu früh ist. Doch wir Prinzessinnen haben schon festgelegt: es wird ein langer schöner Herbst!
Im Frühjahr hatten wir im Garten einige unbekannte, sehr gut wachsende Pflanzen gefunden und sie gelassen, weil wir nicht draufkamen, was es wäre. Wir wollten die Blüten abwarten, aber ich hatte den Geistesblitz: Beifuß-Ambrosia. Also wurden die riesigen Pflanzen von mir regelrecht ausgegraben, denn die Biester waren nicht nur ungewöhnlich groß, sondern auch sehr gut verwurzelt.
Die Ambrosia-Meldestelle ist sehr interessiert, denn nicht nur ist damit die Pflanze ziemlich weit in den Norden vorgedrungen, sondern halt auch groß. Statt 1 m bis 1,50 m war unsere knapp 2 m.
Der Froschkäfer ist der perfekte Ambrosia-Gärtner!
Übrigens: Ambrosia ist eine Pflanze, deren Blüten Kontaktallergien auslösen und der Pollen auch hochallergen ist, wohl 10 x mehr als das Normale. Muss man nicht im Garten haben. Und es kommt über das Vogelfutter rein. Bei uns auch.
Heut abend wird das Pappmaché-Nili beendet und dann zeig ich es Euch und verrate den Lebenszweck und das Todesdatum.
Froschkäferprinzessin 04.08.2010, 12.08 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Gedöns, Pflanze,
Emanzipation
Und ich sehe viele neuen Fälle, wo verzweifelten Mütter, in den Anwaltskanzleien auftauchen werden, weil ein narzistischer Mann ihnen das Kind weggenommen hat, nur um Wehzutun, wegen Machtspielchen und Rache.
Es gibt Väter, die opfern sich auf (bin ja mit so einem verheiratet).
Es gibt auch Väter, die viel tun, siehe »Wir nennen dich Mogli« oder einen Mandanten aus der Kanzlei.
Der Vater von »Mogli« betreut ihn (nachdem er ausziehen musste) einen Tag in der Woche
(und er zahlt bestimmt auch Unterhalt). Den Rest der Woche hatte er frei, so wie auch vorher, als er noch zu Hause lebte, den ganzen Tag auf Arbeit war und erst danach sich mit Freunden traf, ins Fitnessstudio ging oder mit seinem Motorrad herumfuhr.
Die Mutter hatte allerdings keine Zeit für Freunde oder Fitnessstudio. Wenn sie Freunde traf, dann, weil sie wiedereinmal mit dem Jungen im Krankenhaus war. Und sie konnte auch nie auf Arbeit gehen und so dem Schreien oder den Wutanfällen des hilflosen Kindes entgehen.
Der oben erwähnte Mandant bemühte sich, seine Töchter mehr zu sehen und er bekam deswegen auch (einmal) Schläge vom Schwager angeboten. Die Mutter hat psychische Probleme. Eine Tochter wohnt nun bei ihm. Die andere Tochter muss in dem kaputten Haushalt aufwachsen. Sie hat ja »nicht so viel Probleme« mit dem Wasch- und Putzzwang der Mutter. Sie braucht offensichtlich keinen normalen Haushalt bei Papa.
Ein Mandant schenkt seinem Sohn ab und zu Geld, obwohl er per Gesetz zu keinen Unterhaltszahlungen verpflichtet ist. Sein wahres Einkommen verschleiert er, weil er sonst schon jahrelang hätte zahlen müssen.
So ähnlich geht es einer Freundin.
Bisher hab ich noch keine Scheidung erlebt, wo der Mandant sich um mehr Umgangszeit mit seinen Kindern bemüht hat, mehr als das Minimum zahlte oder vielleicht gar die Kinder allein aufziehen wollte. Es reicht ja, wenn er das Haus überschreibt oder aus der Wohnung auszieht...
Und es ist ja nicht das Geld. Will eine alleinerziehende Mutter mal raus, dann kann sie nicht einfach überlegen: Wohin? Was ziehe ich an? Wen treffe ich? Sie muss immer erst überlegen: Wo bringe ich das Kind unter? Kann ich mir das leisten? Reicht dann das Geld noch? (und selbst die verheirateten müssen oftmals noch um Erlaubnis fragen und einen Babysitter statt des Vaters bemühen).
Und bringt sie das Kind »unter«, drückt das schlechte Gewissen, weil sie mal ne Auszeit nimmt, statt Haushalt und Kinder zu versorgen und vielleicht noch arbeiten zu gehen Sie muss ihre Wohnung kindgerecht gestalten, mit Kind einkaufen gehen, ihre Arbeit nach dem Kind ausrichten, ihre Freizeit immer mit Kind planen, das Essen wird auch meist von den Kindern bestimmt, sie darf die Nächte am Bett des kranken Kindes verbringen, sich das Kinderprogramm reinziehen, statt zu chillen und wegen der Kinder Kontakte zu den Familien pflegen, die ihr nicht unbedingt liegen. Sie muss sich um Bildung kümmern, gesunde Ernährung, darf keine Kontrolluntersuchung bei Arzt oder Zahnklempner verpassen, sie darf die Kämpfe ums tägliche Waschen, pünktliches Schlafengehen und Hausaufgaben austragen.
Und das alles oftmals neben und nach der Arbeit (sonst ist sie ja ein faules Miststück, dass vom Unterhalt leben will, statt was zu tun).
Nun richten die Frauen ja gern ihr Leben auf die Kinder aus, sonst hätten sie ja keine, aber warum gibt es diese großen Unterschiede zwischen Mann und Frau bezüglich der Lebensgestaltung mit Kindern?
Warum wollen die Männer über den Lebensort des Kindes bestimmen, aber nicht hinterherziehen, um in seiner Nähe zu sein? Warum schlagen sie sich nicht die Nächte um die Ohren, verzichten auf ihre Ludenschleuder oder das Sportprogramm, um sich auf dem Kinderspielplatz »zu amüsieren« und die Sportgruppe zu finanzieren?
Warum machen sie so oft nur auf Sonntagspapi, der alles erlaubt?
Und warum fragt bei der Karriere keiner einen Mann danach, wie die Kinder im Krankheitsfall betreut werden?
Ja, ich freue mich, dass die Männer mehr Rechte am Kind haben. Ich hoffe, sie wissen, dass Rechte und Pflichten zusammengehören und nutzen ihre Rechte, damit keine überforderte oder unfähige Frau in ihrer Mutterrolle alleingelassen wird, was bei Vernachlässigung und sogar Mord enden kann und erfüllen ihre Pflicht mit der gleichen Selbstverständlichkeit, wie es von den Frauen eingefordert wird
Und jetzt bitte liebe Männer: emanzipiert Euch! Lernt abwaschen, Mensch-ärger-dich-nicht spielen trotz Müdigkeit, stundenlanges Rumsitzen auf Spielplätze, obwohl die Kumpels zusammen um die Häuser ziehen und sagt zu Euren Frauen: »Schatzi, ein Abend ich frei, ein Abend du frei, der Rest gemeinsam, Wochenende eines Du, eines ich, der Rest gemeinsam. Und mach Deine Karriere, ich passe aufs Kind auf, wenn es krank ist und gehe auf die Elternversammlung, keine Sorge«.
Und dann: nicht labern, sondern tun.
PS:
Und wenn sich jetzt die paar (echten) Männer, die Vollzeit-und nicht bloß Teilzeitväter sind, ärgern. Tscha, ich muss mir ja auch jede Schlampe, die ihre Kinder vernachlässigt und jede Tussi, die nur wegen des Unterhaltes Kinder auf die Welt bringen (Erma:kowa) auf die Stulle schmieren lassen.
Tut weh, wenn man anders ist? frau auch!
Froschkäferprinzessin 03.08.2010, 15.40 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: | Tags: Männer, Information, Politik,
Ausgelesen
Die Post hat ein Aktienhoch, weil wieder mehr Briefe und Pakete verschickt werden. Klar, ich hab wieder voll bei Büchern und Spinnkram zugeschlagen.
Aber mal erzählen, was ich ausgelesen hab.
Da wäre »Der Eisbär in der Anatomie«
Ist über die Berliner Charité und obwohl es locker, interessant und gut geschrieben ist, hab ich mir bei dem Titel mehr versprochen. Skurriles kommt eigentlich nicht zur Sprache, was man über Robert Koch erfährt, ist sehr unschön, doch wichtig zu wissen.
Trotzdem: es wurde weiterverschenkt
Dann: »Wir nennen dich Mogli«
Ein Buch über einen Jungen (oder das Zusammenleben mit ihm), der das Landau-Kleffner-Syndrom hat, geschrieben von der Mutter.
Als erstes: Das Buch ist sprachlich einwandfrei, gut geschrieben, locker zu lesen und interessant. Ich hab es auf einen Rutsch durchgezogen und es landet im Bücherregal, denn ich werde es definitiv noch einmal lesen.
Die Stärke der Mutter und die Geduld des großen Bruders sind nur zu bewundern. Auch der Vater steht zu dem Kind, das nun so anders ist, was durchaus nicht üblich ist. Mir gefiel, wie offen sie auch über sich selbst sprach, keine Beschönigungen, oder ihre Verzweiflung über den Verlust von Freunden oder die Ignoranz von Mitmenschen. Na die gefielen mir natürlich nicht, aber dass sie es aussprach und das Wie.
Was mich besonders berührt hat, war die immer wiederkehrende Dankbarkeit, dass ihre Mutter ein geduldiger und an den richtigen Stellen »vergesslicher« Zuhörer war, der nicht jeden in Verzweiflung ausgesprochenen Satz archivierte, wie wichtig ein, zwei echte Freunde sind und die Schuldgefühle gegenüber dem älteren Sohn (Er sollte das Buch später lesen).
Wer eine Lektion in Demut braucht, damit er nicht über Kleinigkeiten mault und zum Weltuntergang aufbläst: lesen.
Wer nur mal sehen will, was zu schaffen ist: lesen
Wer ein gut geschriebenes Buch lesen will und Interesse am Mitmenschen hat, dem sei es auch empfohlen.
Dann Kings »Das Bild Rose Madder«
Es liest sich wirklich gut, ist aber kein Horrorbuch im klassischen Sinne. Der Horror ist ein alltäglicher aus der Nachbarwohnung: Mann prügelt Frau Kraft seiner Wassersuppe und als sie flieht, hakt er aus. Nennt man in den Medien Familientragödie ( so die Protagonisten deutsch sind, sonst ist es ja Ehrenmord).
Die Beschreibung seines und ihres Denkens, erscheinen mir von großer Kenntnis geschrieben. Die Nebenfiguren sind detailreich gezeichnet und die Idee, dass Hilfe aus einem Bild kommt, ist fantastisch. So kann ich auch dieses Buch empfehlen, auch wenn es nicht ganz so mitreißend ist, wie z. B. »Die Arena«, so liest es sich flüssig, ist ohne Längen, gut erzählt und spannend. King halt.
Noch bei bin ich bei »Die vergessene Generation Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen«.
Es geht um die Deutschen, die in der Nazizeit geboren wurden, ganz am Anfang und kurz vor Kriegsende, wie sich die Ereignisse: Bombenangriffe, Tod, Hunger, der Kampf ums Überleben auswirkten und das Warum des Schweigens, warum wurde nicht über diese Zeit geredet wird, die Folgen (Krankheiten, psychische Folgen) kleingeredet oder ignoriert werden, woher dieses Funktionieren, dass ja diese Generation wirklich auszeichnet, kommt.
Über den Schreibstil sag ich hier nichts, das ist ja nicht Sinn des Buches (keine Sorgen, es ist gut lesbar), ich hätte es mir tiefgründiger und fundierter gewünscht, aber es ist ja der Vorreiter, der kann und darf ja noch nicht alle Aspekte des Themas abdecken, sondern soll sensibilisieren. Man sollte es wirklich lesen, um die eigene Familie zu verstehen.
In meiner Familie wurde immer über Krieg und Nachkriegszeit mit allen üblen Folgen geredet, doch nie wurde wirklich das Grauen thematisiert. »Ja, wir hatten oft Hunger.« kam
lakonisch und ein »trotz Hunger mochte ich keine Hachelsuppe« war schon viel. Die überforderte Großmutter, die eigenverantwortliche Mutter, und ja, auch ich musste das Wegwerfen von Reparierbarem und Lebensmitteln (auch von Büchern) erst erlernen, Muße und Zärtlichkeiten für Kinder waren lange Jahre in unserer Familie verpönt. Kriegsfolgen.
Was kam neu? Der Milchkontrolleur (ausgelöst vom Schafskrimi, der zum Schweinekrimi "Saubande" führte und nun Kühe), passend für meine zauberhafte Begleitung: "Lieselotte" und "Die Ernährungsdiktatur", "Ich hörte die Eule", "Kluge Pflanzen", "Am Ende der Welt", "Das Vogelmädchen" von Wallis und noch so einige andere.
Lesestoff hab ich genug, naja, zuviel hab ich aber nicht!

Froschkäferprinzessin 03.08.2010, 12.38 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Bücher
SMS-Konversation
Ich bekam gestern von meinem Lieblingssohn eine SMS
er: "Kannste Döner mitbringen, hab Hunger"
ich: "Mama kocht gratis"
er: "was denn? Öko?"
ich: "Veggi" (vegetarisch)
er: "will was zu kauen"
ich: "ich mach Dir Fleisch dazu"
er: "Oki, dann ess ich vegetarisch"
Merke: mit Fleisch ist vegetarische Kost auch für echte Männer erträglich! 
Froschkäferprinzessin 03.08.2010, 08.23 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Gedöns, Männer,
Ratespiel, Teil 2
Papier, Kleister, Luftballons ergaben:

Morgen gibt es die Auflösung!
Froschkäferprinzessin 03.08.2010, 06.35 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: | Tags: Gedöns
Es ist spät
Schlaflosigkeit endet oft in Blogrunden und da fällt mir gerade auf, wie kreativ die Namen sind: (ohne Wertung, nur so aus der kalten Lameng) z. B.
Pharmama
Tirili
Kampfknoten
Müsli1902
Frau Wo aus Po
Strauchmitschnauze
Sprottenpaula
Frau...äh...Mutti
Parkuhr
SaraSalamander
die Namen machten mich neugierig.
*kopfkratz* Sollte ich mal eine Liste mit meinen Lieblingsblogs raushängen? Aber die sind so gut besucht... die brauchen mich nicht.
Und wie sich meine Lesegewohnheiten änderten....
Anfangs nur Zeitung und Wikipedia, dann kamen Spinnblogs dazu: Wissensuche, dann Ideensuche: Strickblogs. Dann, tja, die Namen halt: vorallem die Alltagsblogs (Kinder, Arbeit, Tiere, was neues aufbauen)
Was kommt als nächstes?
Froschkäferprinzessin 02.08.2010, 23.46 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Gedöns
Ratespiel, Teil 1
Ratet mal, was das wird:
reichlich olle Zeitung
etwas Tapetenkleister
diverse Luftballons
Na????
Froschkäferprinzessin 02.08.2010, 19.30 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: | Tags: Gedöns

